13.02.2017

Sieben junge Pianisten im FESTIVAL NEXT GENERATION

Presse-Mitteilung Festival NEXT GENERATION Bad Ragaz 2017

 

Was sind Tastentiger?

Sieben junge Pianisten im FESTIVAL NEXT GENERATION

 

Tastentiger. Das ist so ein Wort, das man schnell in den falschen Hals bekommen kann, oder das man zumindest heutzutage falsch verstehen könnte. Immerhin gab es vor einiger Zeit ein Buch über eine „Tiger-Mama“, einer chinesischen Mutter, die beschreibt wie sie ihr Kind zum Klavierspielen mehr als nur angehalten hat … So könnte der Eindruck entstehen, dass alle jungen Tasten-Talente von den Eltern geschunden werden, um erfolgreich zu sein. Aber damit haben die als „Tastentiger“ bezeichneten Jung-Pianisten, die im FESTIVAL NEXT GENERATION auftraten, nichts zu tun. Ihnen sind andere Qualitäten eigen: Sie sind hochtalentiert, fleissig und haben bereits einige Erfolge vorzuweisen. Ohne Fleiss wäre ihre Leistung auch kaum erklärbar, die sie in den beiden Konzerten am Sonntag des Festivals präsentierten.

Der Ukrainer Dmytro Choni (* 1993), der Deutsche Robert Neumann (15 Jahre), die 20jährige Lettin Aurelia Shimkus, die aus Moldavien stammende Liyka Shtirbu-Sokolov (* 1998), der kroatische Armenier Arsen Dalibaltayan mit seinen 14 Jahre, die Österreicherin Irina Vaterl (* 1991) und der Kroate Ivan Krpan (* 1997) boten ein Spektrum an Klangwelten, die man in dieser Konzentration kaum bei anderen Festivals geboten bekommt. Kaum will man eine der Leistungen hervorheben, zu wenig sollte man diese noch so jungen Pianistinnen und Pianisten vergleichen. Das Publikum war begeistert von jeder Einzelleistung, wobei das Element der Faszination von Jugend und Können nicht ohne Auswirkung blieb. Aber genau dies ist es nicht, was das FESTIVAL NEXT GENERATION erreichen will. Nein, hier geht es nicht um einen Wunderkind- oder Wunderjugendlichen-Status, hier geht es um ernsthafte Förderung von jungen Hochtalenten, die aus unterschiedlichen Regionen der Welt kommen, unterschiedliche Ausbildungswege hinter sich haben, und sich einem grösseren Publikum vorstellen können. Die Förderung steht deutlich im Vordergrund, mit der Betonung auf das tatsächliche Fördern. Das bedeutet: Es wird keinerlei Druck auf die jungen Talente ausgeübt, wie dies beispielsweise in zahlreichen Jugendwettbewerben der Fall ist (oder halt auch in dem ein oder anderen Elternhaus). Vielmehr werden die jungen Pianisten im Festival ernst genommen, wird ihnen eine Bühne geboten.

 

Und dennoch bleibt das Faszinierende, das die Besucher mit nach Hause nehmen. Kaum auf einem anderen Instrument ist man in der Lage das durch Fleiss und Talent erworbene Können so klar darzustellen wie auf einem Konzertflügel. Die Finger und Hände fliegen scheinbar über die Tasten … Aber vor allem sind es die mannigfaltigen Ausdruckmöglichkeit, die auf ein und demselben Flügel beweisen, wie individuell diese jungen Pianisten bereits sind. Und wie viel Repertoire es da zu entdecken gibt, wenn man den jungen Pianisten eine freie Programmwahl überlässt. Ein paar Beispiele aus den Programmen: Dmytro Choni spielte die wenig zu hörende „Suite de danzas criollas“ von Alberto Ginastera, Aurelia Shimkus überzeugte mit „The Coming Of Light“, das Anklänge an Kurtág und andere zuliess, das aber von der Pianistin selbst 2015 komponiert wurde. Liyka Shtirbu-Sokolov bewies mit einem „Fragment aus dem Klavierkonzert“ ihres Vaters Liviu Shtirbu, was heute in Moldavien für wunderbare Musik entsteht. Irina Vaterl liess spanische Klänge des Komponisten Ernesto Lecuona in dessen „Suite Andalucía“ erklingen. Allein die jüngsten hielten sich an die grossen Standardwerke: Robert Neumann mit den 12 Études Op. 25 von Chopin, Arsen Dalibaltayan an die „Variations Sérieuses“ von Mendelssohn und Ivan Krpan spielte Chopins Klaviersonate Nr. 2. Dennoch: in all den sogenannten „Standardwerken“, die in den Programmen der sieben Pianisten erklangen, erkannte man immer auch eine neue Sicht auf die grosse Musik vergangener Tage und konnte ermutigt feststellen, dass diese Musik mit der Jugend der Interpreten eine Frische erhält, die mit jeder Generation neu aufkommt.

Gut dass das FESTIVAL NEXT GENERATION weiterhin auch diesen Bereich an jungen Musikern unterstützt, die Pianisten. Denn sie benötigen vielleicht noch mehr Förderung als andere Instrumentalisten, denn auch wenn sich in jeder Mimik, in jedem Atemzug ihrer Auftritte die Liebe zum Instrument und zur Musik widerspiegelt: Wenn man sie nicht unterstützt, wo sonst können sie sich vorstellen?

Somit ist der Begriff der „Tastentiger“ im FESTIVAL NEXT GENERATION in Bad Ragaz ausschliesslich mit positiven Merkmalen belegt und sollte nicht zu ernst genommen werden …

 

Abdruck honorarfrei – Belege erbeten.

 

Pressefoto zum Download unter https://www.dropbox.com/sh/q0hhxydalf2ik71/AAA0gJAIlllb4zmhMIBJ3bDDa?dl=0

 

 

 

 

www.festivalnextgeneration.com

Infos und Ticket-Bestellungen unter:

Doris Peter, Festivalbüroleiterin, + 41 (0)81 303 2004

 

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